{"id":664,"date":"2025-06-15T14:10:43","date_gmt":"2025-06-15T14:10:43","guid":{"rendered":"https:\/\/stefanschmid.org\/?p=664"},"modified":"2025-07-09T14:18:37","modified_gmt":"2025-07-09T14:18:37","slug":"neue-leitung-sorgt-fuer-spannung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stefanschmid.org\/?p=664","title":{"rendered":"Neue Leitung sorgt f\u00fcr Spannung"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die Hochspannungsleitung durchs Rottal muss ersetzt werden. Der Leitungsverlauf k\u00f6nnte sich dabei ver\u00e4ndern. Doch bis es soweit ist, d\u00fcrfte noch viel Zeit vergehen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Swissgrid ist die nationale Netzgesellschaft der Schweiz, die f\u00fcr den Betrieb, die Sicherheit und den Ausbau des Schweizer Hochspannungsnetzes verantwortlich ist. Sie ist Eigent\u00fcmerin und Betreiberin eines 6700 Kilometer langen Netzes.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"362\" src=\"https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/hochspannung_grafik-1024x362.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-666\" srcset=\"https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/hochspannung_grafik-1024x362.png 1024w, https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/hochspannung_grafik-300x106.png 300w, https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/hochspannung_grafik-768x272.png 768w, https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/hochspannung_grafik-1536x543.png 1536w, https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/hochspannung_grafik-2048x724.png 2048w, https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/hochspannung_grafik-2000x707.png 2000w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Die farbig markierten Bereiche stellen die verschiedenen Varianten dar, innerhalb deren die Leitung zuk\u00fcnftig gef\u00fchrt werden k\u00f6nnte. <\/strong>Grafik Swissgrid<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Leitung zwischen Bickigen bei Burgdorf und dem Unterwerk Mettlen bei Eschenbach ist die \u00e4lteste Hochspannungsleitung der Schweiz. Die 1928 gebaute Leitung habe das Ende ihrer Lebensdauer erreicht, schreibt Swissgrid, und soll deshalb ersetzt werden. In einem ersten Schritt soll die Leitung saniert werden. L\u00e4ngerfristig wird sie ersetzt \u2013 und allenfalls neu gef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Projekt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warum wird die Leitung zuerst saniert und danach neu gebaut?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gem\u00e4ss Swissgrid soll mit kurzfristigen Sanierungsmassnahmen der Betrieb f\u00fcr die n\u00e4chsten 15 bis 20 Jahre sichergestellt werden. Dabei werden Isolatoren, Leiterseile und Armaturen an der bestehenden 220-kV-Leitung ersetzt. Das Landschaftsbild wird dabei nicht ver\u00e4ndert. Diese Arbeiten finden voraussichtlich zwischen Februar und Oktober 2026 statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Leitungsneubau hat einen sehr langen Zeithorizont. Die Planung und Ausf\u00fchrung erfolgt im Rahmen eines Sachplanverfahrens und beinhaltet auch die Pr\u00fcfung einer r\u00e4umlichen Verlegung der Leitung. Swissgrid hat das entsprechende Gesuch zum Start des Prozesses Ende M\u00e4rz 2025 beim Bundesamt f\u00fcr Energie (BFE) eingereicht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wann ist mit einem Leitungsneubau zu rechnen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Ersatz einer Hochspannungsleitung dauert lange, gem\u00e4ss Swissgrid \u00abzu lange\u00bb. Vom Projektstart bis zur Inbetriebnahme einer neuen Leitung vergehen im Schnitt 15 Jahre. Einsprachen und Gerichtsverfahren f\u00fchren allerdings immer wieder dazu, dass sich Projekte deutlich st\u00e4rker verz\u00f6gern und so bis zu 30 Jahre dauern. Als negatives Beispiel nennt Swissgrid das Projekt Chamoson \u2013 Chippis, wo es&nbsp; von der ersten Projektidee bis zur Inbetriebnahme im Herbst 2022 ganze 36 Jahre dauerte.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Ersatz der Leitung durchs Rottal sieht der optimistische Zeitplan vor, dass bis 2035 die neue Leitung steht und die alte abgebrochen wird. Kommt es &#8211; wie anzunehmen ist &#8211; zu Einsprachen oder gar Gerichtsverfahren, kann sich der Neubau um 5 bis 10 Jahre verz\u00f6gern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warum wird f\u00fcr den Leitungsneubau durchs Rottal eine neue Linienf\u00fchrung gepr\u00fcft und nicht einfach entlang dem bestehenden Trasse gebaut?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bei einem Sachplanverfahren muss der Leitungsbetreiber unabh\u00e4ngig vom Verlauf einer bestehenden Leitung den bestm\u00f6glichen Verlauf f\u00fcr eine neue Leitung finden. Dabei werden Start- und Zielpunkte sowie allf\u00e4llige Fixpunkte betrachtet. In diesem Fall vom Unterwerk Mettlen zum Unterwerk Bickigen mit Anbindung des Unterwerks Willisau. In einem ersten Schritt wurde zusammen mit den betroffenen Kantonen Bern und Luzern ein Vorschlag f\u00fcr das Planungsgebiet erarbeitet. Nun geht es darum, den m\u00f6glichen Raum f\u00fcr die neue Leitung weiter einzugrenzen. Dazu hat Swissgrid Arbeitskorridore vorgeschlagen. Das sind geografische R\u00e4ume mit einer Breite von 400 bis 2\u2009000 Metern Breite. Darin k\u00f6nnte dann zuk\u00fcnftig die neue Leitung geplant werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nach welchen Kriterien werden die Varianten f\u00fcr die neue Leitung festgelegt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nebst technischer Machbarkeit spielen die Wirtschaftlichkeit und Aspekte der Raumentwicklung sowie der Umwelt eine Rolle. Also beispielsweise keine Naturschutzgebiete zu tangieren, das Landschaftsbild zu schonen und m\u00f6glichst grossen Abstand zu Siedlungsgebieten zu halten. Die Abw\u00e4gung der verschiedenen Faktoren f\u00fchrte zu den vorgeschlagenen Varianten. Welche davon weiterverfolgt wird, entscheidet eine Begleitgruppe unter der F\u00fchrung des Bundesamts f\u00fcr Energie.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_9197-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-667\" srcset=\"https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_9197-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_9197-300x225.jpg 300w, https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_9197-768x576.jpg 768w, https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_9197-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_9197-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_9197-2000x1500.jpg 2000w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Wo die Leitung zuk\u00fcnftig durch die Region f\u00fchrt, soll in den n\u00e4chsten Jahren entschieden werden. <\/strong>Foto Stefan Schmid<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Wie k\u00f6nnte der Leitungsverlauf durchs Rottal zuk\u00fcnftig aussehen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Abschnitt zwischen Willisau und Hellb\u00fchl stehen vier Varianten f\u00fcr eine Freileitung zur Diskussion (in der Grafik die Varianten 2.1 bis 2.4). So k\u00f6nnte die Leitung zuk\u00fcnftig s\u00fcdlich von Ruswil verlaufen und danach weiter nach Hellb\u00fchl, wo die Leitung n\u00f6rdlich am Dorf vorbeif\u00fchren w\u00fcrde. Eine Variante sieht vor, dass die Leitung wie bis anhin auf den Ruswilerberg verl\u00e4uft, dort jedoch nicht nach Neuenkirch, sondern in Richtung Hellb\u00fchl, wo sie mit der Leitung, die von Interlaken her kommt, zusammengef\u00fchrt w\u00fcrde.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den letzten Abschnitt zwischen Hellb\u00fchl\/Neuenkirch und Mettlen (im Bild violett) stehen wiederum zwei Varianten zur Diskussion: eine reine Freileitung und eine Kombination aus oberirdischer Leitung und einem rund drei Kilometer langen Abschnitt unter der Erde. Die eine Variante verl\u00e4uft n\u00f6rdlich der heutigen Leitung, die andere n\u00e4her an Rothenburg entlang des bestehenden Trassees.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>In Neuenkirch und in Rothenburg f\u00fchrt die Leitung momentan mitten durch Wohnquartiere. Wird dies auch zuk\u00fcnftig noch so sein?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nein. Mit einem Leitungsneubau ist dies nicht mehr m\u00f6glich. F\u00fcr diese Abschnitte wird die Leitung auf jeden Fall eine andere Linienf\u00fchrung erhalten oder teils unterirdisch gef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie werden die Gemeinden und Landbesitzer bei der Planung der neuen Leitung einbezogen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Swissgrid informiert alle Gemeinden, durch welche die heutige Leitung verl\u00e4uft und jene, die zuk\u00fcnftig im Planungsgebiet liegen. Die Mitwirkung ist dabei im Rahmen des Sachplanverfahrens definiert. Landeigent\u00fcmer k\u00f6nnen laut Swissgrid erst einbezogen werden, wenn im Rahmen des Bauprojekts (gem\u00e4ss Planung bis 2028) die betroffenen Grundst\u00fccke bekannt sind. Bei der aktuellen Situation mit verschiedenen Varianten ergeben sich viele m\u00f6gliche Landeigent\u00fcmer. Swissgrid sagt, es sei nicht m\u00f6glich und auch nicht zielf\u00fchrend, bereits heute mit allen Gespr\u00e4che zu f\u00fchren. Auch die \u00d6ffentlichkeit soll regelm\u00e4ssig informiert werden. Swissgrid will jeweils bei gr\u00f6sseren Meilensteinen \u00f6ffentliche Infoversammlungen durchf\u00fchren, so wie jetzt zum Start des Sachplanverfahrens.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Werden Landbesitzer entsch\u00e4digt, \u00fcber deren Land eine Leitung f\u00fchrt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja. Meist sind landwirtschaftliche Grundst\u00fccke betroffen. Die Entsch\u00e4digungen basieren auf gemeinsamen Empfehlungen des Schweizerischen Bauernverbands (SBV) und des Verbands Schweizerischer Elektrizit\u00e4tsunternehmen (VSE). Eine Entsch\u00e4digung erhalten Landbesitzer f\u00fcr Strommasten im Land, die diese die Land-Nutzung einschr\u00e4nken. Ebenso&nbsp; gibt es Geld, wenn eine Leitung \u00fcber dem Grundst\u00fcck verl\u00e4uft.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welche Betr\u00e4ge sind das?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In der Regel wird eine einmalige Entsch\u00e4digung f\u00fcr 25 Jahre ausbezahlt. Die Ans\u00e4tze ber\u00fccksichtigen die Bodenbeschaffenheit und die Gr\u00f6sse des Masten-Fundaments. F\u00fcr einen Strommasten in intensiv nutzbarem Ackerland werden bis zu 15000 Franken bezahlt, f\u00fcr einen im Gr\u00fcnland zwischen 3000 und 8000 Franken. Pro Meter Leitung \u00fcber dem Grundst\u00fcck wird 13.50 Franken entsch\u00e4digt. F\u00fchrt die Leitung also 500 Meter \u00fcber das Landst\u00fcck, werden daf\u00fcr 6750 Franken ausbezahlt, auch dieser Betrag einmalig pro 25 Jahre.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warum wird die Leitung nicht einfach in den Boden verlegt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine 220 kV-Hochspannungsleitung in den Boden zu verlegen, stellt gem\u00e4ss Swissgrid eine grosse Herausforderung dar. Denn Erdkabel verhalten sich aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften anders als Freileitungen. Das macht die Spannungshaltung schwierig und den Netzbetrieb unsicher. Deshalb werden Erdkabel nur punktuell eingesetzt. F\u00fcr den geplanten Leitungsneubau wird eine Variante gepr\u00fcft, in Rothenburg zwischen Wahligen und R\u00fcti ein rund drei Kilometer langes Erdkabel zu bauen, um unter dem Industriegebiet, der Bahnlinie und der Autobahn A2 hindurchzukommen und das Siedlungsgebiet von Rothenburg zu umgehen.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Hochspannungsleitung durchs Rottal muss ersetzt werden. Der Leitungsverlauf k\u00f6nnte sich dabei ver\u00e4ndern. Doch bis es soweit ist, d\u00fcrfte noch viel Zeit vergehen. Swissgrid ist die nationale Netzgesellschaft der Schweiz, die f\u00fcr den Betrieb, die Sicherheit und den Ausbau des Schweizer Hochspannungsnetzes verantwortlich ist. 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