{"id":672,"date":"2025-07-25T15:19:28","date_gmt":"2025-07-25T15:19:28","guid":{"rendered":"https:\/\/stefanschmid.org\/?p=672"},"modified":"2025-07-25T15:19:29","modified_gmt":"2025-07-25T15:19:29","slug":"wer-hier-sitzt-will-mitfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stefanschmid.org\/?p=672","title":{"rendered":"Wer hier sitzt, will mitfahren"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Seit letzter Woche steht in Sigigen und auf dem Ruswilerberg eine sogenannte Mitfahrbank. Wer darauf Platz nimmt, signalisiert Autofahrern den Mitfahrwunsch. In Menznau stehen die B\u00e4nke schon seit letztem Jahr \u2013 bald kommen neue dazu.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die auff\u00e4lligen Holzb\u00e4nke mit Dach sollen dazu beitragen, die beiden Gebiete auch ohne eigenes Auto besser zu erschliessen. Die Gemeinde Ruswil hat sie zusammen mit der Agentur Umsicht aufgestellt. Die Idee dahinter erkl\u00e4rt der Ruswiler Gemeinderat Werner Koch. Wer sich auf eine solche Bank setze, gebe den vorbeifahrenden Autos zu verstehen, dass er mitgenommen werden m\u00f6chte. Wer den Sitzenden einen Mitfahrdienst offerieren will, h\u00e4lt an und vereinbart, wohin es genau gehen soll. Eine Bezahlung ist f\u00fcr den Service nicht vorgesehen. Im Grunde also wie Autostopp, einfach, ohne dass der Daumen in die H\u00f6he gereckt werden muss. F\u00fcr wen ist das Angebot gedacht? Grunds\u00e4tzlich solle es die ganze Bev\u00f6lkerung nutzen, so Werner Koch. Mit einer Einschr\u00e4nkung: Kinder d\u00fcrfen nur in Begleitung von Erwachsenen mitfahren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_9620-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-674\" srcset=\"https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_9620-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_9620-300x225.jpg 300w, https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_9620-768x576.jpg 768w, https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_9620-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_9620-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_9620-2000x1500.jpg 2000w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Bank auf dem Ruswilerberg sei eher gedacht f\u00fcr Personen in der Freizeit \u2013 m\u00fcde Wanderer oder Spazierg\u00e4nger, die bewusst zu Fuss hochlaufen und f\u00fcr den R\u00fcckweg auf eine Mitfahrt hoffen. In Sigigen k\u00f6nne es durchaus sein, dass jemand mit diesem Angebot ins Dorf fahre zum Einkaufen und sich dann f\u00fcr den R\u00fcckweg andersweitig organisiere. Denn: an beiden Standorten ist nur eine Richtung abgedeckt. Wer vom Dorf Ruswil hochfahren will nach Sigigen oder auf den Ruswilerberg, muss entweder konventionell Autost\u00f6ppeln oder sich sonst eine Mitfahrgelegenheit suchen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Umwelt schonen und sozialer Gedanke<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Werner Koch sagt, man wolle mit den beiden Standorten die Akzeptanz des Mobilit\u00e4tsangebots testen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass sp\u00e4ter zus\u00e4tzliche B\u00e4nke aufgestellt w\u00fcrden. Ortsteile wie Buholz sind nicht an den \u00d6V angeschlossen, Werthenstein nicht in Richtung Ruswil. Ein Ausbau des Systems sei deshalb denkbar. Mit dem Angebot wolle die Gemeinde offen sein f\u00fcr neue Ideen in der Mobilit\u00e4t, so Koch. Bei Autofahrerinnen und -fahrern solle damit ein Umdenken stattfinden. Denn wer in seinem Auto noch Platz habe und jemanden mitnehme, helfe mit einer Fahrtgemeinschaft der Umwelt. Zudem sei es auch ein sozialer Gedanke: \u00abDa\u00adraus k\u00f6nnen spannende Kontakte entstehen.\u00bb Und noch etwas ist dem Gemeinderat wichtig: \u00abBeide B\u00e4nke stehen an toller Lage. Es ist nicht verboten, sich dort hinzusetzen und einfach die Aussicht zu geniessen!\u00bb<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"484\" src=\"https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/mitfahrbaenkli_web-1024x484.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-676\" srcset=\"https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/mitfahrbaenkli_web-1024x484.jpg 1024w, https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/mitfahrbaenkli_web-300x142.jpg 300w, https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/mitfahrbaenkli_web-768x363.jpg 768w, https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/mitfahrbaenkli_web-1536x725.jpg 1536w, https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/mitfahrbaenkli_web-2048x967.jpg 2048w, https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/mitfahrbaenkli_web-2000x944.jpg 2000w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Idee urspr\u00fcnglich aus Deutschland<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Idee der Mitfahrb\u00e4nke stammt urspr\u00fcnglich aus Deutschland. Aber auch in der Schweiz ist das Angebot mittlerweile recht verbreitet. Es gibt solche B\u00e4nkli beispielsweise im Thurgau, im Toggenburg, im Glarnerland oder in Graub\u00fcnden. Und auch in der Zentralschweiz gibt es mehrere Standorte (siehe Box). Verantwortlich f\u00fcr die Umsetzung in der Region ist die Luzerner Agentur Umsicht, unterst\u00fctzt wird das Projekt \u00abStop and Ride\u00bb von der Albert Koechlin Stiftung. Mit dem Angebot sollen Gebiete, die schlecht oder gar nicht an den \u00f6ffentlichen Verkehr angeschlossen sind, besser erschlossen werden. Projektleiterin Lena Ingold von der Agentur Umsicht erkl\u00e4rt, dass Menschen, die auf ein Auto verzichten wollen oder nicht mehr Autofahren k\u00f6nnen, in ihrer Mobilit\u00e4t eingeschr\u00e4nkt seien. Und gleichzeitig w\u00fcrden gen\u00fcgend Leute mit dem Auto zu diesen Ausflugszielen oder Weilern fahren, die noch freie Pl\u00e4tze im Auto h\u00e4tten. Die Mitfahrbank soll diese beiden Nutzergruppen verkn\u00fcpfen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_9609-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-673\" srcset=\"https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_9609-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_9609-300x225.jpg 300w, https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_9609-768x576.jpg 768w, https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_9609-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_9609-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/stefanschmid.org\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/IMG_9609-2000x1500.jpg 2000w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Warum daf\u00fcr nicht einfach \u00abAutost\u00f6ppeln\u00bb? Nat\u00fcrlich sei dies auch m\u00f6glich. Doch das System mit der Mitfahrbank habe einen offiziellen Charakter, biete bei Sonne und Regen einen Unterstand und habe einen Wiedererkennungswert, da die Bank \u00fcberall gleich aussehe. Es soll somit eine niederschwellige M\u00f6glichkeit sein, eine Mitfahrgelegenheit zu finden, so Lena Ingold.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Seit letztem Jahr in Menznau<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In Menznau stehen schon seit Fr\u00fchling 2024 zwei Mitfahrb\u00e4nke, an der Bahnhofstrasse und in Geiss. Gemeinder\u00e4tin Marianne F\u00f6lmli sagt auf Anfrage, sie habe das System beim Bahnhof selber schon getestet und nach wenigen Minuten eine Mitfahrgelegenheit gefunden. Und als Autofahrerin nehme sie manchmal Wanderer von Geiss nach Menznau mit. Eine Aussage, wie oft die B\u00e4nke genutzt w\u00fcrden, sei jedoch schwierig. Trotzdem ist sie \u00fcberzeugt vom Potential der Idee. Darum soll das Angebot noch in diesem Sommer erweitert werden. So soll je eine Bank in Menznau Richtung Menzberg und im Dorf Menzberg aufgestellt werden, um das Gebiet f\u00fcr Ausfl\u00fcgler und Einheimische besser zu erschliessen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Angebot muss zuerst bekannt werden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In Ruswil startet das Angebot nun eben erst. 1000 Franken plus Montagekosten bezahlt die Gemeinde Ruswil pro Bank. Dabei inkludiert ist auch die Unterst\u00fctzung in der Kommunikation. Projektleiterin Lena Ingold sagt dazu: \u00abUm das Angebot bekannt zu machen, m\u00fcssen Gemeinden aktiv sein auf all ihren Kommunikationskan\u00e4len.\u00bb Denn nur wenn Autofahrende Bescheid wissen \u00fcber die spezielle Bank, w\u00fcrden Sie auch anhalten. Dem sei man sich in Ruswil bewusst, sagt Gemeinderat Werner Koch. Die konkreten Massnahmen seien noch nicht geplant. Doch es werde Anlaufzeit brauchen, bis das System in der Bev\u00f6lkerung bekannt sei. Eine Messung, wie oft die neuen Sitzgelegenheiten zum Mitfahren genutzt werden, sei schwierig, so Koch. Hier sei man auf die R\u00fcckmeldungen aus der Bev\u00f6lkerung angewiesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit letzter Woche steht in Sigigen und auf dem Ruswilerberg eine sogenannte Mitfahrbank. Wer darauf Platz nimmt, signalisiert Autofahrern den Mitfahrwunsch. In Menznau stehen die B\u00e4nke schon seit letztem Jahr \u2013 bald kommen neue dazu. Die auff\u00e4lligen Holzb\u00e4nke mit Dach sollen dazu beitragen, die beiden Gebiete auch ohne eigenes Auto besser zu erschliessen. 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